Be my Doctor

Ein Arzt, der über Leben und Tod entscheidet.

Eine Journalistin, die ihm näherkommt, als sie sollte.

Ein Spiel, bei dem Vertrauen tödlich sein kann.

Ein Anruf mitten in der Nacht. Eine Klinik auf dem Linzer Pöstlingberg. Ein Verdacht. Mehr braucht Investigativjournalistin Laura Auerbach nicht, um für eine neue Geschichte zu brennen.
Sie beginnt undercover auf der Transplantationsstation zu arbeiten und stößt bald auf erste Hinweise, offensichtlich manipulierte Patientenakten und willkürliche Änderungen bei der Reihenfolge der Organempfänger.
Laura weiß, dass sie einem unglaublichen Skandal auf der Spur ist, aber es gibt ein Problem – der beherrscht und routiniert wirkende Arzt Adrian Voss scheint Laura ins Visier genommen zu haben. Hat er sie durchschaut oder steckt etwas anderes dahinter?

Leserstimmen

"Mir hat diese Fortsetzung wieder unglaublich gut gefallen und ich finde die Autorin steigert sich mit jedem Band. Nicht nur das wir immer einen neuen Alltagsheld begleiten, der Love Interest sowie die Herausforderungen, denen wir uns stellen sind immer abwechslungsreich sowie authentisch. "

steffi_heavy_fun (Amazon)

Leseprobe

Laura

Seit Stunden trete ich auf der Stelle. Mein Kopf ist schwer, die Augen brennen. Ich klicke auf den nächsten Link. Auch der ist eine Sackgasse. Vielleicht irre ich mich diesmal und an dem vermeintlichen Fall ist gar nichts dran. Das Surren des Laptops klingt wie eine Zustimmung - oder Spott.

Auf der Tischplatte vibriert mein Handy und zeigt einen anonymen Anruf an.

Kurz zögere ich. Immerhin ist es mitten in der Nacht. Aber Informanten rufen immer mit unterdrückter Nummer an, und zwar dann, wann es ihnen passt. Ich hebe ab und halte das Handy an mein Ohr. Mein Herzschlag beschleunigt sich.

"Spreche ich mit Lia?"

Der Typ kennt meine Tarnidentität. Also hatte ich recht. "Ja. Worum geht es?"

"Um die Privatklinik Donaublick. Da ..."

Die Stille dehnt sich aus. Ich drücke immer wieder auf den Kugelschreiber. Klick, klick, klick. "Ja?"

"Da ist etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen", flüstert der Anrufer schließlich. 

"Was genau?" Ich bemühe mich, ruhig und freundlich zu klingen. Der Daumen verharrt auf dem Kugelschreiberknopf. Kein Klick mehr. Ich verenge meine AUgen zu Schlitzen, als könnte ich dadurch mehr hören.

Auf der anderen Seite der Leitung wird schnell geatmet. Ist der Typ vielleicht nur jemand, der mit einer Behandlung unzufrieden war? "Ich ... ich kann unmöglich am Telefon darüber reden."

Ich seufze, ein Witzbold, der mir meine Zeit stiehlt. Oder einer, der die Wahrheit kennt und jetzt Angst hat? "Dann schreiben Sie mir eine Mail."

"Nein. Keine Spuren. Ich melde mich wieder." Ein kurzes Klacken. DIe Verbindung bricht abrupt ab. Nur Stille bleibt zurück.

Einen Moment bleibe ich reglos sitzen und presse das Handy weiterhin ans Ohr. Privatklinik Donaublick. Also doch. Was auch immer die dort treiben, sie wissen, wie man Spuren verwischt. Vielleicht glauben sie, dass der Ruf im Bereich Transplantation und plastische Chriurgie sie schützt. Aber da haben sie die Rechnung ohne mich gemacht.

Weitere Leseprobe

Adrian

Die Flasche ist fast leer. Ich habe sie seit Wochen nicht angerührt, weil ich jedes Mal Angst davor habe, was der Alkohol mit mir macht. Doch heute ist ein Tag, der nach einem zwölf Jahre alten Single Malt schreit. Als ich das Glas schwenke, zieht die bernsteinfarbene Flüssigkeit langsame Spuren an der Innenseite. Dieser Kostbare Scotch Whisky war ein Geschenk eines ehemaligen Kommilitonen, der sich für meine Unterstützung während des Studiums bedanken wollte. Damals war alles einfacher.

Ich trete ans Fenster und schaue hinaus. Mittlerweile hat sich die Nacht wie ein dunkler Mentel über die Stadt gelegt. Die Straßenlaternen reihen sich in gleichmäßigem Abstand aneinander.

Ich nehme einen Schluck. Der Whisky brennt nicht, er läuft meine Kehle hinunter und hinterlässt ein Gefühl von Wärme. Fast wie ihre Berührung. Ein trockenes Lachen entweicht mir. Laura – nicht Lia. Laura klingt viel klarer, echter und gleichzeitig gefährlicher.

Ich bin beeindruckt, wie sie reagiert hat. Da war kein Zittern in ihrer Stimme. Und sie kam mit keinen wirren Ausreden. Ihre Selbstverständlichkeit hat mir den Wind aus den Segeln genommen. Sie hat mir vertraut. Und jetzt weiß ich, was mir in ihrem Blick schon aufgefallen ist. Es ist das Wissen, dass sich die Welt ständig verändert, sie selbst aber noch nicht genug verändert hat und gleichzeitig hat sie Vieles gesehen. Zu Vieles, das man nicht einfach verarbeitet.

Entstehungsgeschichte

Wie auch bei den anderen Bänden meiner Alltagshelden-Reihe war für mich schnell klar: Auch Ärztinnen und Ärzte gehören zu jenen Menschen, die täglich Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen müssen und dabei oft an ihre Grenzen gehen. Für mich sind sie ein weiterer Teil jener stillen Held:innen, die unseren Alltag sichern.

Gleichzeitig war mir von Anfang an wichtig, sensibel mit diesem Setting umzugehen. Die Themen, die ich in dieser Geschichte aufgreife, sind keine leichte Kost. Es geht um moralische Grauzonen, um Macht, um Entscheidungen über Leben und Tod. Genau deshalb kam für mich nie infrage, ein reales Krankenhaus als Schauplatz zu verwenden. Ich wollte weder falsche Assoziationen wecken noch eine bestehende Einrichtung in ein negatives Licht rücken.

So entstand die Privatklinik Donaublick – ein fiktiver Ort, eingebettet in die Kulisse von Linz, auf dem Pöstlingberg. Dieser Schritt hat mir nicht nur die nötige Distanz ermöglicht, sondern auch maximale kreative Freiheit. Ich konnte Strukturen, Abläufe und Hintergründe genau so gestalten, wie es die Geschichte verlangt.

Nachdem der medizinische Rahmen feststand, wurde auch die zweite Hauptfigur schnell klar. Dem Arzt musste jemand gegenüberstehen, der hinterfragt, aufdeckt und sich nicht mit oberflächlichen Antworten zufriedengibt. Eine investigative Journalistin war daher die logische Wahl. Sie bringt nicht nur Spannung in die Handlung, sondern auch eine ganz eigene Dynamik in die Beziehung der beiden.

Auch hier war mir wichtig, bewusst Entscheidungen zu treffen. Natürlich entstehen im echten Leben Beziehungen im beruflichen Umfeld – gerade im medizinischen Bereich. Dennoch habe ich mich dagegen entschieden, diese Konstellation für meine Geschichte zu nutzen. Stattdessen wollte ich zwei Figuren schaffen, die aus unterschiedlichen Welten kommen und genau dadurch aufeinandertreffen.

Der Rest hat sich – wie so oft – beim Planen entwickelt. Die Geschichte hat ihren eigenen Weg gefunden, Wendungen genommen, Figuren wachsen lassen und mich selbst immer wieder überrascht.

Ich wünsche euch eine spannende, emotionale und fesselnde Lesezeit mit Laura und Adrian und hoffe, dass ihr genauso tief in diese Geschichte eintauchen könnt, wie ich es beim Schreiben getan habe.

Schreib mir eine Nachricht.

Hier findest du mich auf den Social Media Kanälen.